Aus Alt mach Neu Die Lust am Recyceln

Die Lust am Recyceln

Waschmaschinen, Toaster, Wasserkocher, Fernseher, Bohrmaschinen haben heutzutage, so scheint es, eine immer kürzere Lebensdauer. Und ist ein Gerät erst kaputt, übersteigen die Reparaturkosten oft den Preis für ein neues. Das Münchner Haus der Eigenarbeit, kurz HEI, bietet deshalb in regelmäßigen Abständen das „Repair Café“ an. Unter der Anleitung ehrenamtlicher Bastler und Fachkräfte in den Werkstätten des HEI findet hier jeder Hilfe, der ein kaputtes Gerät wieder in Stand setzen will. Jan aus München wollte schon lange seinen alten Toaster aus den Fünfziger Jahren zum Laufen bringen. Allein hat er es aber nie geschafft. Für HEI-Werkstattleiter Dr. Rainer Wirth ist das Schöne am Repair Café, dass nicht nur viele Geräte, wie Jans Toaster, repariert werden können, sondern dass Besucher und Ehrenamtliche darüber miteinander ins Gespräch kommen.

 

Dass Kunststoff auch „KunstStoff“ sein kann, hat die Handwebermeisterin Waltraud Münzhuber vor einigen Jahren für sich entdeckt. Sie webt Taschen aller Art aus Plastiktüten, Videobändern und Musikkassetten. „Lassen Sie sich Ihren Lieblingsfilm verweben und so tragen Sie Ihren "Filmstar" immer bei sich“, wirbt die Künstlerin  auf ihrer Homepage. Waltraud Münzhuber kombiniert ihre „KunstStoffe“ nach verschiedenen Kriterien, farblich oder thematisch. Die in Handarbeit aus Plastiktüten zugeschnittenen „Webfäden“,  beispielsweise zusammen mit glänzendem Lurex verarbeitet, lassen ein elegantes Abendtäschchen entstehen. Schon eine größere Tüte reicht für die Herstellung eines Schminktäschchens. Und ganz wichtig, alle verwendeten Tüten wurden irgendwann mal im Handel verteilt, zugekauft wird nichts.

Beim Projekt „Kleidsam“ der Diakonia in München geht es nicht nur um sinnvolle Wiederverwertung gut erhaltener Kleidung, sondern auch um die Schaffung von Jobs für langzeitarbeitslose Frauen. „Es braucht nicht viel, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wenig oder kaum Chancen zu haben,“ sagt Julia Boiger, Leiterin des Projekts. Alleinerziehend, dazu Migrationshintergrund oder ein hier nicht anerkannter Beruf, das reicht schon aus. „Kleidsam“ bietet solchen Frauen die Möglichkeit einer dauerhaften, sinnvollen Tätigkeit. Die gespendeten, gereinigten Textilien werden in edlem Ambiente liebevoll arrangiert und zum Wiederverkauf angeboten. Das schätzen sowohl Spenderinnen als auch Kundinnen sehr. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem keine neuen Kleiderspenden abgegeben werden.

Mehr zum Thema und was man beispielsweise unter dem Begriff „Upcycling“ versteht, erzählt Dr. Elisabeth Redler, Leiterin des HEI München, im Studiogespräch mit Moderatorin Christine Büttner.

 

 

Studiogast: Dr. Elisabeth Redler, Leiterin HEI München


Filmbeiträge: Lia Jaspers

 

 

 

 

Links

 

HEI Haus der EigenarbeitMünchen

KunstStoff Waltraud Münzhuber

Kleidsam München

diakonia München

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