Länger zuhause leben

Länger zuhause leben

Mehrere Generationen leben unter einem Dach. Die Alten ziehen die Jungen auf, und wenn die Jungen erwachsen sind, dann pflegen sie die Alten. Diese klassische Großfamilie mag sich so manch einer wünschen, aber die Realität für die meisten Menschen in Deutschland sieht anders aus. <--break->Alte Menschen sind heute einsamer, mehr auf sich selbst gestellt – aber auch eigenverantwortlicher und selbstbestimmter. Und genau diese Selbstbestimmung wollen sich viele so lange wie möglich wahren. Sie wollen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Lebensformen-Autorin Kirsten Wächter hat sich in Bayern nach neuen, alternativen Wohnformen fürs Alter umgesehen.

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ kreiert Wohngemeinschaften der etwas anderen Art. Studenten oder Auszubildende suchen günstigen Wohnraum, der gerade in den Städten immer schwerer zu finden ist. Viele ältere Menschen haben davon gerade genug, können dafür aber ein bisschen Unterstützung im Alltag gebrauchen: Begleitung zum Arzt, gemeinsames Kochen, Hilfe im Garten, je nach Absprache des jeweiligen „Wohnpaares“. Für diese „Hilfe“ gibt es dann Mieterlass. Dass Senior und Student auch gut zusammen passen, darum kümmert sich die Leitung des Projekts, das mittlerweile in mehreren bayerischen Städten angesiedelt ist.

Wer kein Zimmer frei hat, aber trotzdem Hilfe im Alltag benötigt, der ist richtig bei „Genial e.V.“ „Bis zu 10 Jahre länger zuhause leben“, das ist das erklärte Ziel dieses Vereins in Neumarkt in der Oberpfalz. Dahinter steckt organisierte Nachbarschaftshilfe nach dem Motto „Jung hilft Alt“. Hilfe beim Einkaufen oder einfach nur ein paar gemeinsam verbrachte Stunden vermittelt das Mitte 2013 ins Leben gerufene Projekt. Für die Jungen gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung für die geleisteten Stunden. Und als besonderes Zuckerl für Zukunft: Wer möchte, spart die erwirtschaftete Aufwandsentschädigung für das eigene Alter an, wenn er dann selbst auf Hilfe angewiesen sein wird.

Hilfe durch intelligente Technik im Alltag. Altersgerechte Assistenzsysteme, so genannte AAL-Systeme (Ambient Assistent Living) sollen vor allem dort für Unterstützung sorgen, wo ein älterer Mensch vielleicht unvorsichtiger, vergesslicher, unbeholfener oder gar hilflos wird. Das Fraunhofer Institut widmet sich seit langem der Erforschung dieser Systeme. Was so ein „intelligentes Haus“ älteren Menschen heutzutage schon alles zu bieten hat, das erzählen die Bewohner eines Muster-Bungalows in Bamberg. Barrierefreiheit und Sicherheit stehen im Vordergrund – und ganz nebenbei erhöht sich auch der Wohnkomfort.

Gast im Studio ist der Münchner Pfarrer Rainer Liepold. Mit seinem Buch „Gut aufgestellt für die zweite Halbzeit. Die zweite Lebenshälfte – worauf es wirklich ankommt“ gibt er auf humorige Weise viele nützliche Tipps fürs Älterwerden.

 

Studiogast Pfarrer Dr. Rainer Liepold, Autor des Buches "Gut aufgestellt für die zweite Halbzeit. Die zweite Lebenshälfte – worauf es wirklich ankommt"

Filmbeiträge von Kirsten Wächter

Moderation Christine Büttner

Redaktion Heike Springer

 

Links

Wohnen für Hilfe

GENIAL e.V., Neumarkt/ Oberpfalz

Fraunhofer Institut, Altersgerechte Assistenzsysteme (AAL - Ambient Assisted Living)

"Intelligentes Muster-Haus", Bamberg

 

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