Plötzlich hatt´ich einen großen Bruder

Die böse Stiefmutter, das arme Aschenputtel - ein Märchen hat unsere Vorstellung von der Stieffamilie nachhaltig geprägt. Petra Heilingbrunner, Münchner Filmemacherin, wollte es genau wissen und holte Stiefkinder- und eltern vor die Kamera.

Bei aller biografischen Unterschiedlichkeit teilen Stiefkinder bestimmte Erfahrungen. Vater oder Mutter, Großeltern, Verwandte, Freunde sind (zum Teil) aus ihrem Umfeld verschwunden. Sie haben für eine Zeit in einer Ein-Eltern-Familie gelebt und häufig eine besonders enge Beziehung zu einem Elternteil aufgebaut. Dann nahm eine neue Liebe etwas von der ungeteilten zuneigung ihrer Mutter, ihres Vaters. Die Familie wurde erweitert, Geschwister mit eigenen Lebensgewohnheiten kamen hinzu - ohne dass man sie ernsthaft gefragt hätte, ob sie eine Änderung der Familienverhältnisse wollen. Sie sind insofern vielfach "gebrannte" Kinder mit Ängsten und Verletzungen, Loyalitätskonflikten und Rollenunsicherheiten, was sich in Widerstand und Revolte äußen kann. "Das kann man nur mit dem Herz lösen, nicht mit dem Kopf", sagt Stiefmutter Gabi Hunger dazu.

Im Studiogespräch wird deutlich, mit welchen Klippen Stieffamilien zu kämpfen haben und wie sich diese umrunden lassen.

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